Experten-Tipps

Wie komme ich schneller auf den Punkt?

Dieser Artikel wurde am 05.06.2018 verfasst von
Angelika Eder

So entwickeln Sie Ihren knackigen Vorstellungs-Steckbrief

 

Was ist ein Vorstellungs-Steckbrief? Das ist die Allzweckwaffe für all jene Situationen, in der sehr schnelle, kurze und prägnante Informationen gefragt sind. Am häufigsten kommt das am Telefon vor, aber auch bei Speeddating-Runden und anderen Smalltalk-Situationen wird Ihnen dieser Steckbrief ein guter Begleiter sein.

 

Einsatzbeispiele:
  • Der Gesprächspartner hat es eilig, weil er in 2 min ins Meeting muss
  • Der Gesprächspartner ist einfach ein schneller, dynamischer Mensch und kann Infos 'quick & dirty' am besten verarbeiten
  • Der Geschäftsführer hat eine wunderbar funktionierende Abwimmelstrategie am Telefon, indem er streng und schmallippig fragt: Was kann ich für Sie tun? (Bei den humorvolleren Exemplaren heißt die augenzwinkernde Frage 'Und ... was kann ich gegen Sie tun?')

 

Dann gilt: Ruhe bewahren, Allzweckwaffe gezückt! Ich empfehle folgendes einfache 'Kochrezept':

 

Definieren Sie 3 Stichworte:

  • Ihren Kerninhalt – was tun Sie? Beratung, Training, Heizungsinstallation, etc.
  • Wo sind Sie aktiv? Eine (1!) Region, eine Branche, ein Themenfeld
  • Eine knackige Besonderheit (was soll sich Ihr Gesprächspartner unter allen Umständen merken?)

 

Bitte beachten Sie: Sie haben für jeden Punkt nur ein einziges Wort, meist ein Hauptwort.

 

Machen Sie sie markant durch zuspitzende Eigenschaften ...

 

Diese drei Buzz-Words dürfen Sie jetzt noch sinnvoll verbinden, so dass eine Botschaft daraus entsteht, die man beim Zuhören gut verarbeiten kann. Zum Beispiel:

 

  • Wir sind ein junges Trainerteam (Kernbotschaft: Wir sind Trainer, wir sind mehrere und nicht verschnarcht)
  • im Münchner Raum (somit für Süddeutschland 'zuständig', dort am liebsten aktiv)
  • das sich auf Executive Leadership spezialisiert hat (und für Führungsthemen auf hoher Ebene steht)

 

So kann das schon funktionieren und wer es besonders eilig hat und/oder schnell auf den Punkt kommen will, dem reichen diese nüchternen, 'nackten' Informationen vollauf.

 

Wer es ein bisschen blumiger mag, darf noch ein wenig Informationsfutter 'anflanschen', aber bitte nicht zu viel!

 

Beispiele dafür sind:

 

  • Wir sind ein Schweizer Beratungshaus
  • zum Thema Joint Ventures für europäische Schlüsselindustrien und
  • agieren global mit einem Schwerpunkt in Latein- und Südamerika.

 

Wichtig dabei sind die Buzz Words, bei denen es zu bedenken gilt, welche Konnotationen beim Gespräch möglicherweise oder vermutlich mitschwingen. In unserem Beispiel sind das die Folgenden:

  • Schweiz => Präzision
  • Joint Ventures => große, internationale 'Denke'
  • eventuell ist auch das Wort Schlüsselindustrien ein solches BuzzWord. Wenn Sie es verstärken wollen, hängen Sie einfach ein 'wie Ihre' an.

 

Meiner Erfahrung nach kommt es bei den meisten Gesprächspartnern äußerst gut an, wenn man
a) so gut vorbereitet ist und sich
b) mit so einer Allzweckwaffe durch Eile und Hektik nicht ins Bockshorn jagen lässt, sondern cool bleibt.

 

… und 'garnieren' Sie sie mit Verben

 

Und da zu guter Letzt das Verb das Königswort ist, dürfen in einem letzten Schritt Ihre Buzz-Words laufen lernen:

 

  • Wir sind ein traditionsreiches Hamburger Handelshaus,
  • das sich um weitere internationale Beziehungen im Bereich XY bemüht.
  • Dabei kümmern wir uns besonders um (eine weitere Spezialisierung)

 

Wohl gemerkt: Es geht hier nicht um eine breite Darstellung Ihrer ganzen Kompetenz, sondern NUR um die Quintessenz Ihres Tuns. Dafür, dass Sie imstande sind, NUR diese Quintessenz zu liefern, sind Ihnen viele Gesprächspartner unendlich dankbar.

 

Kleiner Profitipp am Rande: Wenn ich diesen 'Quickshot' losgelassen habe, entsteht beim Gesprächspartner (am anderen Ende der Leitung) meistens eine kurze Pause. Warum? Aus zwei Gründen. Erstens: Das Gehirn braucht einen Moment, bis es neue Informationen dechiffrieren und verarbeiten kann. Zweitens: Oft ist es auch schlichtweg das ungläubige Staunen, dass das jetzt wirklich so schnell gegangen ist - ist ja eher die Ausnahme denn die Regel!

 

Tappen Sie jetzt bloß nicht in die Falle weiterzusprechen, sondern verstärken Sie Ihren 'Vorstellungs-Geniestreich' mit einer wirkungsvollen Sendepause. Oder wahlweise mit der lapidaren Bemerkung: 'Werbeblock Ende'. Das wirkt! Wenn Sie Ihrem Gesprächspartner nun noch diese kleine Momentum 'Verschnaufpause' gönnen, erleichtern Sie es seinem Gedächtnis enorm, Sie wiederzufinden – zum Beispiel bei einer wichtigen Empfehlung. ;-)

 

Angelika Eder

Jenseits aller Marketingmaßnahmen, die Sie vermutlich ziemlich professionell umsetzen: Es gibt sie, diese letzte Meile, auf der man all das schöne Material zusammenpacken und AKTIV zum Kunden tragen muss. Man nennt das auch Verkauf, Vertrieb, Kundengewinnung oder Akquise. Einerlei, wie Sie es nennen ...