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Systematisches Konsensieren - Die Kunst der solidarischen Entscheidungsfindung

Dieser Artikel wurde am 16.05.2018 verfasst von
Christiane Wittig

Systematisches Konsensieren hilft bei Meinungsverschiedenheiten

 

Die meisten Menschen sehnen sich nach Harmonie und Konfliktfreiheit im Beruf wie im Privatleben. Aber leider sind die Beteiligten nicht immer einer Meinung. Und selbst die größte Harmonie verhindert nicht, bei Entscheidungen kontroverse Ansichten zu haben.
Ein Leben ohne Entscheidungen ist nicht vorstellbar. Und manchmal gelingt dies ja auch völlig unproblematisch. Aber oft ist die Harmonie gefährdet, wenn bei wichtigen Abstimmungen verschiedene Standpunkte aufeinander treffen. In solch einem Fall können drängende Projekte unnötig verzögert oder sogar torpediert werden, weil meist an Machtverhältnissen anstatt an Lösungen gearbeitet wird.

 

Auch bei privaten Entscheidungen ist systematisches Konsensieren einsetzbar

 

Die Ferienzeit steht vor der Tür und für viele Familien damit die schwere Entscheidung – wo soll es hingehen. Alle wollen einen gemeinsamen Urlaub verbringen, aber die Kinder wollen ans Meer, die Mutter zum Wellnessurlaub und der Vater will in die Berge. Zu allem Überfluss gestaltet sich die Abstimmung der Urlaubszeit in seiner Firma auch problematisch, weil mehrere Kollegen zur selben Zeit gehen wollen.
Bei einer meist getroffenen Mehrheitsentscheidung gibt es zwangsweise Gewinner und Verlierer und somit Unzufriedenheit und Konflikte.

 

Systematisches Konsensieren berücksichtigt das Konfliktpotential

 

Die neue Methode, das systematische Konsensieren bzw. das SK-Prinzip, ist die Kunst, solidarisch zu entscheiden.
Im Gegensatz zu den gängigen Abstimmungsverfahren wird beim „Systemischen Konsensieren“ nicht mit der Stimmenmehrheit - also der Zustimmung – sondern mit Widerstandswerten auf einer Skala von 0-10 gearbeitet. Damit wird das tatsächliche Konfliktpotential gemessen. Das SK-Prinzip fördert die Kreativität bei der Lösungsfindung und führt zu effizienteren und tragfähigen Entscheidungen.
Ein produktiver Konsens führt nicht zum kleinsten, sondern zum größtmöglichen gemeinsamen Nenner, den alle Mitglieder einer Gruppe akzeptieren können – auch wenn er zwangsläufig nicht die optimale Entscheidung für jedes Mitglied sein kann.
Ziel ist demnach nicht der Konsens an sich, sondern das Zulassen und fördern vielfältiger Meinungen, Ideen und Kontroversen auf dem Weg zu einem Beschluss, der von allen ohne Verluste und Niederlagen getragen werden kann.

 

Ein leichteres Umdenken ist durch systematisches Konsensieren möglich

 

Sowohl im beruflichen wie auch im privaten Bereich gelangen die Teilnehmer zu einem verständnisvolleren Miteinander, das sich positiv auf die Entscheidungsfindung auswirkt. Es findet ein Umdenken in der Gruppe statt, da nicht mehr mit der Macht der Stimmenmehrheit oder der Entscheidungsgewalt, sondern ausschließlich am gemeinschaftlichen Ziel gearbeitet wird. Somit sind unsachliche Auseinandersetzungen unnötig. Es werden alle Standpunkte berücksichtigt und das harmonische Miteinander bleibt gewahrt.

 

Wenn es uns gelingt, dass das SK-Prinzip seinen selbstverständlichen Platz findet, wäre dies ein erster Schritt zu größerer Wertschätzung und mehr Harmonie in privaten Beziehungen und Unternehmen.

Über den Autor

Im Laufe der Jahre entwickelte sich Christiane Wittig zur Expertin für Entschleunigung. Selbstbestimmtes Leben und optimierte Arbeitsorganisation und Zeitbewußtsein stehen dabei im Vordergrund. Mit Trainings-on-the-job und Coachings unterstützt sie Menschen bei mehr Achtsamkeit für sich selbst un ...