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Experten-Tipps

Soll ich einen kostenlosen Vortrag halten?

Dieser Artikel wurde am 02.10.2023 von let's find experts - Redaktion verfasst.

Als Trainer, Redner, Berater oder Coach fragt man sich früher oder später, ob man (mal) kostenlose Vorträge halten sollte. Es kommt darauf an. Denn oft verspricht man sich selbst vom kostenlosen Vortrag als Redner zu viel – und ist dann enttäuscht.



Lieber zuhause rumsitzen – oder einen kostenlosen Vortrag halten?


Klar, wer nichts Besseres zu tun hat, kann einen Vortrag für Marketingzwecke nutzen. Beispielsweise, um Fotos von sich „bei der Arbeit“ machen zu lassen – oder gar ein Video. Doch: Ist der Raum wirklich repräsentativ? Erzeugen die Bilder wirklich einen Wow-Effekt, weil die Bilder so wirken, als wäre man ein sehr erfahrener top Redner? Aber warum sollte der Veranstalter einem beim nächsten Mal ein angemessenes Honorar zahlen, wenn man es ja eh gratis macht?



Lockmittel von Veranstaltern: Potenzielle Kunden im Publikum


Getreu dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ kann man sicherlich hoffen, dass im Publikum wirklich potenzielle Kunden sitzen – oder aber zumindest wichtige Meinungsbildner. Aber eines sollte jedem Redner, der einen gratis Vortrag hält, immer berücksichtigen: Das Publikum ist in der Regel nicht zu der Veranstaltung gekommen, um einen Redner, Trainer oder Coach zu buchen, sondern um Inhalte und Unterhaltung zu bekommen. Sollte man aber als Branchenexperte tätig sein, und es handelt sich um eine Veranstaltung mit dieser Zielgruppe, wäre ein kostenloser Auftrag abzuwägen.



Wie hoch ist eigentlich der Eintrittspreis der Veranstaltung?


Ist die Veranstaltung für Teilnehmende kostenlos, dann kann es schnell passieren, dass dort überwiegend Menschen sitzen, die dort nur sind, weil die Veranstaltung gratis ist. Ob gerade solche Menschen bereit sind, für einen Trainer bei sich im Unternehmen relativ hohe Honorare zu zahlen, ist zweifelhaft. Zahlt aber jeder, der an der Veranstaltung teilnimmt, 100 Euro und mehr, sollte man sich fragen „Warum ist denn dann kein Geld für den Referenten da?“



Irgendwas geht immer!


Auch wenn der Veranstalter kein Honorar zahlen möchte, so sollte dieser wenigstens die Reisespesen übernehmen. Darüber hinaus wäre auch Werbung möglich. Beispielsweise Namen und Kontaktdaten des Redners in der Einladung, einem Gastbeitrag auf der Webseite – oder eine super Referenz, die werblich genutzt werden darf.



Aktiv die Werbetrommel rühren


Wer lieb und artig seinen gratis Vortrag hält, läuft Gefahr, dass danach im Publikum niemand wirklich weiß, zu welchen Themen der Redner buchbar ist – bzw. wie dieser sein Geld verdient. Also könnte der Vortrag nun offensiv zur Eigenwerbung genutzt werden – was bei einem bezahlten Vortrag sicherlich nicht üblich ist. Aber ein Veranstalter, der auf diesem Weg Geld spart, ist hier meist recht "schmerzfrei".