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Experten-Tipps

Mit MUT zur Lücke glücklich leben - Scheiß auf perfekt

Dieser Artikel wurde am 08.03.2021 verfasst von
Stefan Dederichs

Schneller, höher, weiter. Die Welt dreht sich - und wir mittendrin. Tag für Tag stecken wir in unserem Hamsterrad und kommen einfach nicht aus der Perfektionsfalle heraus. Unser angeborenes Streben nach Perfektion ist von Haus aus eine gute Eigenschaft, sie sorgt für Antrieb und Entwicklung. Die Einflüsse aus Medien und Sozialmedia Kanäle sorgen jedoch dafür, dass wir uns kaum noch mit erreichtem zufriedengeben. Kaum etwas ist uns gut genug, denn uns wird eine scheinbar perfekte Welt suggeriert. Jeder postet die Bilder von einem glücklichen und erfolgreichen Leben. Ist ja auch natürlich, wer fotografiert sich schon, wenn er traurig oder niedergeschlagen in der Ecke sitzt? Im TV sehen wir täglich die schönen und reichen, unbewusst verbinden wir das Glück mit deren Ausstrahlung. Die Geissens und Co. zeigen uns, wie wir leben müssen, um wirklich glücklich zu sein.


Es entwickelt sich das Gefühl, dass wir nur glücklich sein können, wenn wir superschön und extrem reich sind. Diese Beeinflussung gepaart mit dem natürlichen Streben nach Perfektion, sorgt für chronische Unzufriedenheit. Erfolg wird mit Glück gleichgesetzt, als wären erfolgreiche Menschen glücklicher als weniger erfolgreiche.


Wirkliches Glück entsteht nicht aus unserem Reichtum und unserer Schönheit, sondern es kommt aus unserem Inneren. Wir entscheiden mit unseren Gedanken, Aussagen und Handlungen über unser Glück. Glücksgefühle sind Emotionen, die wir selber beeinflussen können. Für unser Glück spielt Reichtum und Erfolg nur eine sehr begrenzte Rolle. Wir sind nicht glücklicher, je reicher wir sind. Wir brauchen uns nur mal die Schicksale von Superprommis anzusehen. Wie viele kommen mit ihrem Leben nicht zurecht, verfallen in Depression, Alkohol und Drogen. Die schöne heile Welt, sieht hinter den Kulissen meist ganz anders aus. Durch diese ständige Suggestion, der wir ausgesetzt sind, verfallen wir zu gerne in den Vergleich. Wir fühlen uns minderwertig. Es entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit und wir unterliegen dem Trugschluss, dass wir glücklicher wären, wenn wir ein anderes Leben führen würden.


Wir vergleichen uns zu häufig mit anderen als mit uns selber. Es gibt immer Menschen, die schöner und reicher sind. Es spielt keine Rolle, welches Auto du fährst, es gibt immer Menschen, die eine schöneres und teureres fahren. Es spielt auch keine Rolle, welches Haus du besitzt, es wird immer Menschen geben, die ein größeres uns teureres besitzen. Wenn du immer darauf schaust, was andere mehr haben, dann wird das nichts mit dem Glücklich sein. Wenn du dich schon vergleichen willst, dann vergleiche dich mit Menschen, die weniger besitzen als du.


Erkenne, was du bereits erreichst hast. Gesundes Streben nach Entwicklung kommt aus dem Vergleich mit sich selber. Jeden Tag ein bisschen besser werden, als man es gestern war. Das zu lieben, was man hat und was man ist, die Schönheit des seins zu erkennen, bringt wirkliche Glücksgefühle. Morgens aufzuwachen und zu erkennen, wie gut es einem geht. Über die kleinen Wehwehchen und Unwegsamkeit hinwegsehen. Die Sorgen und Nöte die man hat nicht überbewerten. Den Blickwinkel auf das Schöne zu richten, führt zu Zufriedenheit. Mut zur Lücke hilft uns zu einem glücklichen Leben.


Wir träumen so gerne von einem erfüllteren und sorgenfreieren Leben. Glauben, dass es uns besser gehen würde, wenn wir einen anderen Partner hätten, oder wenn wir einen anderen Job hätte, wenn wir in einem anderen Land leben würden. Nur warum ändern wir es dann nicht einfach? Oft beginnen wir nicht damit unsere Träume und Ziele umzusetzen, weil wir glauben, dass wir nicht gut genug vorbereitet sind. Unser Perfektionsgedanke hält uns von der Umsetzung ab. Wir lassen es lieber, als unfertig zu beginnen. Wir basteln und feilen so lange an unseren Gedanken, bis wir uns selber davon überzeugen, dass es nicht der richtige Zeitpunkt ist. Anstatt einfach mal loszulegen, den ersten Schritt zu machen, bleiben wir lieber in unserem Hamsterrad und jammern. Die Angst einen Fehler zu machen, hindert uns an der eigenen Entwicklung. Fehler sind ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche. Nur wer Fehler macht, kann lernen. Wenn jemand einen Fehler macht, dann zeigt er, dass er etwas versucht hat. Zeige Mut zur Lücke und stehe zu deinen Makeln. Lasse dir von niemanden einreden, dass du nicht gut genug bist, oder dass du etwas nicht kannst. Nicht alle Menschen sind gleich, aber sie sind gleichwertig. Verändere deine Gedanken und du veränderst dein Leben. Ob du glücklich bist oder nicht, liegt nicht an deinem Umfeld, an deinem Partner, an deiner Familie oder an deinem Job, es liegt alleine daran, wie du mit dir selber umgehst.

Stefan Dederichs

Stefan Dederichs ist der Glücksmacher. Der heutige Unternehmer, Keynote Speaker, Trainer und Autor blickt auf eine holprige Jugendzeit zurück: Er litt unter Depressionen und hatte keinen leichten Start ins Berufsleben. Doch er steckte den Kopf nicht in den Sand und fand Wege zu einem erfolgreichen u ...