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Experten-Tipps

Gestresst und ratlos? So findest du die Ursache für deinen Stress!

Dieser Artikel wurde am 03.10.2022 verfasst von
Rene Recktenwald

Jeder von uns kennt Momente, in denen wir uns gestresst fühlen. Oft wissen wir auch den Grund dafür: zu viel Arbeit, danach noch ein Treffen mit Freunden ,obwohl wir lieber zuhause wären, zu wenig Schlaf, die Familie hat sich angekündigt, die Kinder müssen pünktlich von A nach B gebracht werden usw.. Manchmal aber fühlen wir uns scheinbar grundlos gestresst.



Was ist Stress genau?


Das liegt daran, dass Stress ein erhöhtes Anspannungs-Niveau ist. Da Körper und Psyche nicht unabhängig voneinander sind, beeinflussen sich ihr Zustand gegenseitig. Psychische Anspannung bemerken wir an rasenden Gedanken oder dem Unwohlsein sowie an unserer gereizten Reaktionsweise auf Umwelteinflüsse. Allerdings gibt es neben negativen Stresssituation (Distress), welcher uns im hektischen Alltag überfällt, auch positive Form des Stresses (Eustress). Diese empfindet man etwa in Situation großer Vorfreude oder Aufregung wegen eines bevorstehendes Ereignisses.


Stress ist eine körperliche Reaktion auf unsere Lebensumstände, die uns entweder bewusst oder unbewusst sind. Beim Eintreten in eine Stresssituation werden unsere Körpersysteme automatisch hochgefahren, um uns optimal an die neuen Umstände anzupassen. Wenn wir uns jedoch dauerhaft in einem Zustand der Anspannung befinden und uns nicht erholen können, kann dies zu körperlichen oder psychischen Erkrankungen führen. In Zeiten, in denen viele Menschen diffus gestresst sind und keinen klassischen Auslöser für ihren Stress haben, ist es wichtig, dass wir auf unseren Körper hören und ihm die Ruhe geben, die er braucht.



Stress durch die Corona Pandemie


In Zeiten, in denen es viel Unsicherheit gibt, ist es ganz normal, sich angespannter zu fühlen. Wir wissen nicht genau, was die Zukunft bringt und machen uns Sorgen um unsere Gesundheit und unseren Liebsten. Doch daran ist nichts falsch! Wir sollten versuchen, unsere Ängste zu akzeptieren und ihnen Raum zu geben. Nur so können wir damit umgehen und hoffentlich bald wieder ruhig schlafen.



Stress und Gedanken


Es ist normal, sich ab und an gestresst zu fühlen. Das liegt daran, dass Stress uns für schwierige Phasen wappnen soll. Meistens sind es unsere Gedanken, die Stress verursachen - und kein konkretes Ereignis. Diese Gedanken können einerseits an die Vergangenheit oder aber vor allem an die Zukunft gerichtet sein. Daher haben wir auch häufig Schlafprobleme, wenn wir gestresst sind. Wir beginnen nämlich in Ruhephasen zu grübeln. Diese nächtlichen Sorgen lösen in unserem Körper eine Stressreaktion aus, der Schlaf bleibt in logischer Folge aus. Routinen und Atemübungen können helfen, Stress am Abend abzubauen und besser einzuschlafen.


Auch die Gedanken an die Zukunft können Stress verursachen. Dazu ein kleines Experiment:


Stell dir einmal vor, du beißt in eine saftige Zitrone. Wenn du dich auf diesen Gedanken wirklich einlässt, ihn dir ausmalst, wird sich dein Mund zusammenziehen und du wirst mehr Speichelfluss bemerken. Aber da ist gar keine Zitrone. Genauso ist es mit der Zukunft. Die Zukunft existiert nur in unseren Gedanken und löst trotzdem eine Stressreaktion aus. In diesem Zusammenhang verbirgt sich eine womöglich sinnvolle Lösung des Problems.



So kontrollierst du deine Gedanken


Wenn Gedanken Stress auslösen, scheint der Schlüssel zu einem stressfreien Leben darin zu liegen, unsere Gedanken zu kontrollieren. Positive Gedanken führen zu positiven Gefühlen und in der Summe zu einem sehr angenehmen Leben. Doch leider hat die psychologische Forschung ergeben, dass wir uns noch schlechter fühlen können, wenn wir versuchen, willentlich positive Gedanken zu denken. Was hilft uns also in diesem Fall weiter? Ruhige Atmung und Ermutigung!



Das Hier und Jetzt


Du kannst dich im Hier und Jetzt verankern, in dem du auf deinen Atem achtest oder deine Gedanken beobachtest. Mache es dir dafür gemütlich und folge den folgenden Schritten:


  1. Gedanken sind nur Gedanken - aber oft fühlen sie sich so real an! Wenn dir deine eigenen unangenehm erscheinen, kannst du dich damit identifizieren und glauben, dass sie wahr und notwendig sind. Aber Gedanken kommen und gehen - du bist nicht DEINE Gedanken.
  2. Wir können unsere Gedanken beobachten, so wie wir einen vorbeifahrende Zug beobachten können. Durch das Beobachten lösen wir die Verbindung zu ihnen, die uns üblicherweise in Stress versetzt. Wenn du etwas beobachten kannst bist du es nämlich nicht.
  3. Wir lassen die Gedanke also kommen und gehen, ohne ihnen zu folgen oder gar nach ihren zu handeln.

Es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, dass hinter unseren Gedanken ein ruhiges Bewusstsein existiert. Wenn wir uns nicht mehr mit unseren Gedanken identifizieren, können wir diese Ruhe jederzeit finden und in der Gegenwart leben. Übe die obigen Schritte regelmäßig um leichter Zugang zu dieser inneren Ruhe zu gewinnen!


Probiere es aus, wenn du mal keine Zeit für die Konzentration auf einzelne Schritte hast: Setze vor einen belastenden Gedanken den Zusatz „Ich habe gerade den Gedanken, dass…“. So distanzierst du dich von deinem Gedanken. Außerdem bleibt dein Fokus so in der Gegenwart. Im besten Fall gerätst du so gar nicht unter großen Stress.

Rene Recktenwald

Hallo, ich bin Rene, Autor, Ehemann und Stress und Burnout Coach aus Einhausen, an der schönen Bergstraße. Für meine Kunden habe ich ein ganz klares Ziel:Führungskräfte und Selbstständige sollen in der Lage sein, durch strukturierte und simple Methoden ihren Stresspegel so gut zu minimieren, das ...