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Experten-Tipps

Ein klarer Kopf in turbulenten Zeiten - fast per Knopfdruck

Dieser Artikel wurde am 23.08.2020 verfasst von
Renate Freisler

Gerade in stürmischen Zeiten ist es häufig schwierig einen klaren Kopf zu behalten. Wir fühlen uns vielleicht gereizt, unsicher, überfordert und unangenehme Emotionen breiten sich aus. In solchen Situationen ist es hilfreich, auf Distanz zu gehen. Doch wie können Sie Dinge mit Abstand betrachten, sodass Sie leichter eine sachliche Sichtweise auf eine Situation bekommen?


Mit der Technik der Selbstdistanzierung können emotional herausfordernde Situationen anders betrachtet und beurteilt werden. Bei solchen Perspektivwechseln entsteht meist eine entlastende und beruhigende Wirkung und die Handlungsfähigkeit kann wiederhergestellt werden. Lösungen zeigen sich auf.


Selbstdistanzierung – und so geht’s:


Erster Schritt: Stellen Sie sich die aktuell emotional belastende Situation vor.

Tauchen Sie nur so weit in die Situation ein, um die wichtigsten Informationen zu sammeln.

  • Welche Bilder tauchen vor Ihrem inneren Auge auf?
  • Was hören Sie?
  • Was nehmen Sie sonst noch wahr?

Zweiter Schritt: Verlassen Sie die vorgestellte Situation und suchen Sie sich räumlich einen anderen Platz.

Das kann ein anderer Stuhl, eine Ecke im Raum oder auch in der Natur sein. Schlüpfen Sie jetzt in die Rolle eines Beobachters.

  • Stellen Sie sich vor, Sie sind ein neutraler Beobachter des Geschehens. Manche Menschen gehen dazu gedanklich in ein Café oder begeben sich auf einen Berggipfel, um aus einer entfernten Perspektive das Ganze zu betrachten.
  • Welche Fähigkeiten haben Sie als Beobachter?
  • Was können Sie besonders gut?
  • Was ist Ihnen beim Beobachten wichtig?

Dritter Schritt: Betrachten Sie die betreffende Situation von Ihrem neutralen Beobachterplatz.

Sie können sich die wichtigsten Erkenntnisse auf ein Blatt notieren.

  • Was können Sie als Außenstehender erkennen? Was sehen Sie? Was hören Sie?
  • Welche Personen sind beteiligt? Wie agieren die einzelnen Personen?
  • Welche positive Absicht könnte in den Verhaltensweisen stecken?
  • Welche Zusammenhänge sind erkennbar?
  • Was bräuchten die Beteiligten für eine gute Lösung?
  • Was noch …?
  • Gönnen Sie sich jetzt eine kurze Pause.

Vierter Schritt: Kommen Sie in Ihrer Vorstellung in die ursprüngliche Situation zurück.

Fragen Sie sich bitte:

  1. Was hat sich durch die Beobachterperspektive verändert?
  2. Wie nehmen Sie die Situation jetzt wahr?
  3. Welche Erkenntnisse sind für eine Lösung hilfreich?
  4. Spielen Sie verschiedene Möglichkeiten in Gedanken durch. Was könnten Sie als Nächstes tun?
  5. Legen Sie einen ersten Schritt fest. Was genau tun Sie wann und wie?

Verwenden Sie in der Beobachterrolle (Schritt 3) hauptsächlich den visuellen Sinneskanal. Das heißt, Sie betrachten die Situation mit Ihrem „inneren Auge“. Es kann auch der auditive Kanal hilfreich sein. Was können Sie hören? Lassen Sie bewusst die Kinästhetik/Gefühle weg, um emotional Abstand zu bekommen. Betrachten Sie sich selbst in der dritten Person und sprechen Sie über „diese Person“.


Wenn Sie mit mentalen Techniken vertraut sind, spielen Sie mit den Eigenschaften der inneren Wahrnehmung. Verändern Sie z. B. Abstand, Größe, Farben oder Schärfe der inneren Bilder bzw. die Lautstärke, Stimmlage oder Geschwindigkeit der Stimmen und Töne.

Renate Freisler

Mit einem ganzheitlichen Blick analysiert Renate Freisler die Dinge. Gemeinsam mit ihren Kunden erarbeitet sie individuelle Lösungen und begleitet sie auf dem Weg dorthin. Sie unterstützt bei hohen Belastungen, in Veränderungssituationen, bei der persönlichen Entwicklung oder in der Rolle als Führun ...