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Experten-Tipps

Die Zoom Anleitung: Wie Sie als Online-Nutzer Zoom richtig nutzen

Dieser Artikel wurde am 15.05.2020 verfasst von
Bernd Braun

Wer oder was ist Zoom?

Zoom Video Communications ist ein US-amerikanisches Softwareunternehmen mit Sitz im kalifornischen San José, das Software für Videokonferenzen anbietet. Das Unternehmen wurde 2011 von Eric Yuan gegründet. Zentrales Produkt ist „Zoom Meetings“, ein Dienst, mit dem Nutzer über eine Desktop- oder Smartphone-App, über eine Weboberfläche, per Telefon oder über ein Konferenzraum-System an Online-Videokonferenzen in HD-Qualität teilnehmen können.



Warum ist Zoom so beliebt?

Es gibt wirklich eine große Anzahl an Webkonferenz-Software-Lösungen auf dem Markt. Zoom zeichnet sich hier durch seine einfache Handhabung und seine stabile Performance aus. Zwei entscheidende Kriterien, um auch nicht so bewanderte Teilnehmer für das Gebiet der digitalen Online-Meetings zu gewinnen. Ein Teilnehmer muss sich bei Zoom nicht registrieren, um teilnehmen zu können. Das ist bei vielen anderen Plattformen komplizierter.



Wie sicher ist Zoom?

Zoom ist sehr sicher von der Datenübertragung her. Die App, bzw. die Software auf dem PC oder MacBook läuft sehr stabil und die Internetverbindung wird durch die Software hervorragend genutzt.


Aus Sicht der Datensicherheit ist Zoom in den letzten Wochen des Öfteren in die Kritik geraten. Das übertragen von Kunden- oder sicherheitsrelevante Daten ist im Business rechtlich nicht sicher. Werden diese Daten übertragen, sollte man sich vorher erkundigen, welche Folgen dies haben könnte. Ich kann hier keine Rechtsauskunft dazu geben, nutze Zoom selbst jedoch ohne die obigen Daten anzusprechen regelmäßig.



Was brauche ich, um Zoom zu nutzen?

  • Eine stabile Internetverbindung von mind. 6.000 MBits,
  • PC, Notebook, Tablet oder Smartphone,
  • Webcam, Mikrofon und Lautsprecher, falls nicht bereits im Device integriert,
  • Software bzw. Zoom-App,
  • einfarbigen Hintergrund ohne Applikationen für den virtuellen Hintergrund.

Mein Tipp: Ein ruhiges lichtdurchflutetes Zimmer.



Welche Technik wird empfohlen?

Ist man im Besitz eines aktuellen Notebooks oder MacBooks, dann hat man bereits in dem Gerät eine sehr gute Webcam, Lautsprecher und Mikrofon integriert. Dies gilt insbesondere für die aktuellen Topmodelle der verschiedenen Anbieter, die preislich bei ca. 700 bis 800 Euro beginnen. Mit meinem MacBook 12“, welches bereits drei Jahre alt ist, gebe ich regelmäßig Online-Sitzungen mit Zoom. Das Mikrofon und die Lautsprecher sind völlig ausreichend und übertragen die Stimme und den Ton gut bis sehr gut. Die integrierte FaceTime-Kamera, so nennt Apple seine integrierter Webcam, überträgt jedoch das Videobild etwas zu dunkel. Ich benötige eine extra Lichtquelle, die mich beleuchtet.


Hier sollte man einfach einmal mit einem Kollegen ausprobieren, wie man auf der anderen Seite ankommt und dann die entsprechenden Komponenten nachbessern.


Wird ein aktuelles Tablet bzw. Smartphone genutzt, hier ebenfalls in der mittleren und Toppreisklasse, dann hat man bereits ausreichende Technik an Bord. Sogar die Frontkameras sind mittlerweile sehr lichtintensiv. Evtl. benötigt man dann noch einen Halter für das Gerät, damit es nicht auf dem Schreibtisch liegt, sondern in Augenhöhe ausgerichtet ist.



Was kostet mich die Software?

Zoom ist in der Grundversion kostenfrei. Damit können unbegrenzt Vieraugen-Onlinegespräche durchgeführt werden. Bei mehreren Teilnehmern geht dies ca. 40 Minuten lang, dann kappt Zoom die Verbindung. Man kann sich jedoch sofort wieder einwählen.


In der kostenpflichtigen Version ist die Dauer auch für mehrere Teilnehmer unbegrenzt. Außerdem wartet Zoom hier mit mehr Features auf, wie z.B. Gruppenräumen etc.


Die Software kostet für einen Nutzer 13,90 Euro netto im Monat. Damit kann sich der Nutzer unbegrenzt über jedes Devices seiner Wahl jederzeit einwählen. Er kann unbegrenzt Teilnehmer, auch ohne Zoom-Account, dazu einladen.



Wie leicht geht eine Einladung?

Ist man bei Zoom einmal angemeldet bekommt man eine eigene Meeting-ID. Diese ist gleichzeitig der eigene digitale Onlineraum. In diesen Onlineraum kann man mit der E-Mail-Einladungsfunktion, die man rechts oben in der App bei den drei Punkten aufruft, jeden Menschen, der eine eigene E-Mail-Adresse hat, zu diesem Meeting einladen.



Kann ich Online-Meetings terminieren?

Ja, das geht. Das Meeting kann mit Datum und Uhrzeit und Länge terminiert und sogar in den eigenen Kalender, aus Zoom heraus, eingetragen werden.



Zoom stürzt ab bzw. die Internetverbindung ist instabil?

Als Meeting-Leiter hat man das Online-Meeting im besten Falle terminiert. Damit startet es für alle eingeladenen Teilnehmer automatisch, auch wenn man selbst nicht online ist. Als Leiter und Teilnehmer kann man dann jederzeit dazu kommen. Wird man während des Online-Meetings aus dem Meeting herausgeschmissen, dann muss man sich einfach nur wieder einwählen. Das Online-Meeting läuft im Hintergrund weiter, sogar dann, wenn man der Leiter eines Meetings ist.



Für was kann ich Zoom alles nutzen?

Zoom eignet sich besonders für

  • Vier-Augen-Gespräche,
  • Business-Meetings ohne Daten und Kundeninformationen,
  • Coaching-Sitzungen,
  • Interview,
  • private Gespräche,
  • Beantwortung von FAQs,
  • Produkt- und Dienstleistungsvorstellung,
  • Sportaktivitäten vorstellen.

Eher ungeeignet ist Zoom für

  • Webinare, da zu viele Teilnehmer mit Videos zu viele Daten übertragen
  • Webcasts, hier geht es meist um über 200-300 Teilnehmern


Was kann Zoom noch?

  • Ein Whiteboard bereitstellen auf dem alle zeichnen können,
  • den Monitor (Bildschirm) teilen,
  • Chatfunktion mit Aufteilung in „Alle“ und „Einzelteilnehmer“,
  • virtueller Hintergrund, der Teilnehmer kann das Hintergrundbild seiner Webcam mit einem Foto virtualisieren,
  • eigenes Foto hochladen, das angezeigt wird, wenn man die Kamera ausschaltet,
  • als Inhaber eines Zoom-Meetings alle anwesenden Teilnehmer stumm schalten,
  • Aufzeichnung der Online-Meetings und
  • das Transkribieren des Tones sind möglich.


Fazit:

Zoom ist eine einfache Lösung eigene Online-Konferenzen als Technik-Laie schnell zu erstellen, sich selbst zurecht zu finden und erste positive Ergebnisse zu haben. Mit Zoom kann jeder erste Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln und seine Onlinekenntnisse ausbauen. Will man professionellere Online-Konferenzen und Meetings abhalten, sollte man zu anderen Plattformen wechseln. Auch der Sicherheits- und „Spionage“-Aspekt spielt hier eine große Rolle. Mit der Erfahrung aus Zoom sollte dies jedoch kein Problem darstellen.

Bernd Braun

Die Verbindung von Social Media und digitalen mobilen Endgeräten wird erneut unsere Art zu leben und zu arbeiten fundamental verändern. Es wird auch zu einer neuen Art der Konvergenz von digitaler und physischer Welt führen, die wir heute erst in Ansätzen absehen und erst recht verstehen können. ...