Vortrag - Wie gelingt ein guter Vortrag?

Zwischen einem schlechten und einem guten Vortrag liegen meist Welten - vor allem bei der Wirkung. Um sich diese Welten zu erschließen, brauchen Referenten viel Übung und jede Menge Erfahrung. Doch worin liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Vortrag? Was kann ein Referent tun, damit der eigene Vortrag einen riesigen Qualitätssprung hinlegt, bzw. was kann dieser unternehmen, um seine gute Qualität im Vortrag zu halten?


Andere Länder, andere Vorträge

Deutlich fällt der Vergleich aus, wenn man einen typischen Referenten aus den USA und einen aus Deutschland im Vergleich erlebt. Meist ist der Vortrag des Amerikaners locker, interessant aufbereitet, humorvoll und informationsstark. Die Zuhörer haben ein tolles Erlebnis und nehmen einige wichtige Inhalte und Impulse mit.

Der typische Vortrag eines deutschen Referenten besteht meist aus PowerPoint-Folien, die vorgelesen werden sowie jede Menge Fachbegriffe. Am Ende weiß keiner so recht, was er davon halten soll. Natürlich ist dieser Vergleich sehr spitz. Sowohl hier, als auch in den USA, gibt es Ausreißer in beide Richtungen.

Trainer zum Thema Bühnenperformance:

Peter Buchenau

Redner · Trainer · Coach

Mach, was dein Herz dir sagt! Lebe deine Persönlichkeit und hinterlasse Spuren.

KeSch Experte

Berater · Trainer · Coach

Experte für International Salestraining und Verhandlungsführung

Elisabeth Leeb

Berater · Trainer · Coach

Ich arbeite sowohl im Einzelcoaching als auch im Gruppentraining (max. 35 Personen) mit Menschen, die ihre Stimme und ihr Sprechen optimieren wollen. Sie erweitern dadurch ihre Social Skills und Kompetenzen im Bereich Rhetorik, Medienauftritt, Phonetik, Körpersprache und Text.

Wie beeinflusst das Selbstvertrauen einen Vortrag?

Die Grundstimmung als auch insbesondere das Selbstwertgefühl des Referenten wirkt sich stark auf seinen Vortrag aus. Doch woran liegt es, dass Amerikaner mit einem anderen Selbstverständnis einen Vortrag halten?

In den USA lernen Schüler schon sehr früh, ihre eigenen Projekte und Themen zu präsentieren. Dadurch haben sie einen sehr natürlichen Zugang zur freien Rede. Mit ein wenig Übung sind sie dadurch in der Lage, einen Vortrag auf die oben beschriebene Art und Weise zu präsentieren. Das Selbstvertrauen wird somit schon im Schulalter beginnend geprägt.

In Deutschland gibt es diese Präsentationskultur erst seit kurzem. Das Selbstvertrauen dem eigenen Vortrag gegenüber basierte meist auf viele Inhalte und möglichst komplizierte Formulierungen in einer verklausulierten Fachsprache, die nur wenige verstehen. Doch das Selbstvertrauen geht so zu Lasten der Zuhörer, denn diese verstehen einfach nicht, worum es geht.

Welche Rolle spielen Emotionen im Vortrag?

Emotionen spielen eine riesengroße Rolle. Aus dem Verkaufstraining wissen wir, dass praktische jede Entscheidung emotional getroffen wird und erst im Nachhinein rational bewertet werden. Deshalb spielen Emotionen natürlich auch in jedem Vortrag eine zentrale Rolle, um Menschen zu erreichen und zu bewegen.

Dabei gibt es drei zentrale Säulen der Rhetorik:

  1. Logos,
  2. Ethos und
  3. Pathos.

Betrachten wir wirklich erfolgreiche Vorträge und sehr gute Referenten, dann sehen wir, dass sowohl logische Argumente (Logos), als auch eine große Portion Glaubwürdigkeit (Ethos) Menschen überzeugen, doch Emotionen (Pathos) schlägt alles. Emotionen gehen tiefer. Sie überzeugen stärker und sie wirken nachhaltiger als glaubwürdig vorgetragene Zahlen, Daten und Fakten.

Ein sehr guter Vortrag versteht es, Menschen über Emotionen zu erreichen und so miteinander zu verbinden. Hierbei spielen Methapern und Bilder eine große Rolle, denn diese sprechen meist mehr die emotionale Ebene an, als reine Zahlen, Daten und Fakten.

Welche Rolle spielt der erste Satz in einem Vortrag?

Wie heißt es so schön: Es gibt keine zweite Chance für einen ersten guten Eindruck. Das trifft auch auf die Eröffnung eines Vortrags zu. Doch wie lässt sich der erste Satz wirkungsvoll in Szene setzen? Schauen wir uns einmal einen typischen Ablauf an.

Zuerst wird der Vortrag angekündigt. Die ersten Worte werden gesprochen und der Referent wird vorgestellt. Danach betritt der Referent die Bühne und beginnt seinen Vortrag. Schon in der Vorbesprechung kann hier der Referent Einfluss auf die Art und Weise nehmen, wie er vorgestellt und präsentiert wird. Ideal ist es, wenn der Gastgeber/Moderator einen fertigen Text für die Einführung des Redners erhält.

Doch wie startet man nun seinen eigenen Vortrag?

Ganz einfach - mit Schweigen. Nichts ist so kraftvoll wie die Stille und steigert so die Spannung auf das, was kommt. Nach drei bis fünf Sekunden Pause, die nur für den Referenten unendlich lang wirken, kommt der Einstieg – und der muss sitzen.

Als Paukenschlag bietet sich eine extrem provokante Aussage an, ein packendes Zitat oder eine Frage, die es in sich hat. Der Anfang muss sitzen, aufwühlen und den Teilnehmer herausfordern. Hier geht es nicht um Konsens. Vielmehr muss der erste Satz aufrütteln und das Interesse der Teilnehmer nach Mehr wecken.

Trainer zum Thema Präsentation:

René Knizia

Redner · Berater · Trainer · Coach

René Knizia vereint in seinen Vorträgen und Seminaren Entertainment mit Wissen. Diese Mischung ist ein echter Gewinn für viele Veranstaltungen. Trotz seines Könnens ist er unkompliziert und flexibel.

Matthias Garten

Redner · Berater · Trainer · Coach

Unsere Mission ist es, die Präsentationskultur nachhaltig zu verbessern.

Frederik Beyer

Redner · Trainer · Coach

Trainer für Stimme, Sprechen, Rhetorik und Präsentation

Wie wichtig ist die Struktur in einem Vortrag?

Die Struktur eines Vortrags ist wie eine Straße, die Referent und Zuhörer gemeinsam gehen. Die Struktur ist wichtig, damit Teilnehmer wissen, wo sie sich derzeit im Vortrag befinden. Die Gesamtstruktur ist entscheidend, um den gesamten Vortrag vom Start bis zum Ende zu inszenieren.

Idealerweise vertraut man bei Struktur und Inhalt auf die Zahl 3. Die 3 hat sowohl in der Literatur, als auch in Naturwissenschaften, Religion und Mythologie eine besondere Bedeutung. Alle guten Dinge sind drei, ein Theaterstück besteht meist aus drei Akten, wir zählen 1-2-3 und danach kommt Viele. Meist können wir uns nur drei Dinge merken.

Genau deshalb besteht jeder gute Vortrag aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. So sollte der gesamte Vortrag aufgebaut sein. Auch jeder einzelne Aspekt wird wiederum in diese drei Schritte aufgeteilt. Ein Meister dieses Dreisprungs war Steve Jobs. Jedes Produkt, jede zentrale Aussage und jeder einzelne Aspekt wurden immer in drei Punkten präsentiert.

Letztlich geht es bei dem Dreisprung darum, über den ganzen Vortrag hinweg und jeweils im Detail, drei Fragen zu beantworten:

  1. Worum geht es?
  2. Was bedeutet das?
  3. Wie sieht die Lösung aus und was bewirkt diese?

Schaut man sich jetzt bewusst einen wirklich guten Vortrag an, dann findet man immer wieder diese drei Punkte. Meist direkt bzw. manchmal auch in leichten Variationen - doch die Zahl drei spielt immer eine entscheidende Rolle.

Welche Stilmittel kann man in seinem Vortrag einsetzen?

An dieser Stelle kann man ruhig den großen Werkzeugkasten an rhetorischen Stilmitteln auspacken und nutzen. Entscheidend ist, dass durch diese der Vortrag lebhaft und in jeder Hinsicht abwechslungsreich wird. Laut, leise, schnell oder langsam - alles hat an den richtigen Stellen im Vortrag seine Wirkung. Rhetorische Fragen regen Teilnehmer zum Nachdenken an. Abstimmungen können sie bei der Stange halten.

Zitate, Geschichten und Metaphern gehören zu jedem guten Vortrag, denn diese sprechen immer direkt die emotionale Ebene an und schaffen so eine Verbindung. Auch sparsam eingesetzte visuelle Hilfsmittel verfehlen ihre Wirkung nicht. Eine Präsentation gehört fast schon zum guten Ton. Doch gerade die Präsentation sollte heute modern gestaltet sein. Denn kein Teilnehmer braucht Folien, die mit Texten und Bullet-Points übersäht sind.

Letztlich beleben alle Stilmittel, egal ob rhetorisch oder visuell, jeden Vortrag. Doch am Ende ist es immer der Referent, der im Zentrum von allem steht.

Was ist macht sonst einen guten Vortrag aus?

Ein guter Referent versteht es, eine Verbindung zum Publikum aufzubauen. Das geschieht in erster Linie durch Blickkontakte, Beteiligung der Zuschauer und eine offene Körpersprache, die den gesamten Vortrag stützt. Dabei dürfen natürlich Humor, Leidenschaft und Enthusiasmus nicht fehlen - Hauptsache, es ist immer absolut authentisch.

Videobeispiel: Präsentationstraining